RelativKritisch Redaktion
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Verfasst am: 12.04.2011, 21:05 Titel: Wostok und Columbia – Erinnerungsgründe zum 12. April |
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Der 12. April 2011 ist ein bewegender Gedenktag der bemannten Weltraumfahrt. Vor 50 Jahren startete Jurij Alekseevič Gagarin an Bord der Wostok 1 zum ersten Flug eines Menschen in den Weltraum. Der Orbitalflug des sowjetischen Kosmonauten überwand die letzte fundamentale Grenze in der langen Geschichte der Entdeckungsreisen. Diesem Ereignis wird heute zurecht ausführlich gedacht. Die Erdumkreisung Gagarins ist nicht nur ein Triumph der Ingenieurskunst, sie ist vor allem ein Alleinstellungsmerkmal des Strebens der Menschen, ihre evolutionär erreichte Entwicklung gegen bestehende Hemmnisse zu revolutionieren. Der Sprung in den unwirtlichen Raum jenseits der wärmenden Atmosphäre unseres blauen Planeten war ein Kind des Kalten Kriegs, der extremen Konfrontation der nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen ersten beiden globalen Supermächte. Im Schatten dieses Erinnerns steht der 12. April 1981, an dem mit der „Columbia“ das erste amerikanische Space Shuttle zu seinem Jungfernflug aufbrach.
Die Neuausrichtung der amerikanischen Weltraumpolitik, die bemannte Raummissionen als Dienstleistung der Privatwirtschaft und die Grundlagenforschung in neue Technologien ins Zentrum stellt, hat zwar Charme, bleibt aber in ihren Ansätzen äusserst vage. Da auch die internationalen Partner und Konkurrenten wie Russland, Europa, China und Indien bisher nur sehr grobe Blaupausen für ihre eigenen Ambitionen vorgelegt haben, ist es nicht unvorstellbar, dass die bemannte Raumfahrt für die nähere Zukunft bereits ihren Höhepunkt überschritten hat.
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