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Chlorobium
Anmeldedatum: 20.03.2006 Beiträge: 790 Wohnort: Bremen
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Verfasst am: 23.01.2007, 17:22 Titel: .... kleine Philosophische Frage |
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Mal rein theoretisch gefragt:
Man stelle sich den Nachthimmel ohne Sterne und Mond vor. Unsere
Vorfahren haetten des Nachts nur Schwaerze gesehen.
Haette es dann die fruehen Kulturen mit ihren Sonnen- und Mondkulten
in dieser Art gegeben?
Waere die gesamte Wissenschaft ohne die Astronomie die Gleiche? Haette
sie den gleichen Verlauf und Anfang ueber die Physik genommen?
Wenn es diesen ehrfurchtsvollen Blick in den Nachthimmel in Kombination
mit dem Gefuehl der Bedeutungslosig- und Kleinheit nicht gaebe, woher
koennen dann die Quelle fuer die Faehigkeit des Staunens kommen?
_________________ mfg
Chlorobium (der Farbe wegen) |
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ralfkannenberg
Anmeldedatum: 22.02.2006 Beiträge: 4788
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Verfasst am: 23.01.2007, 18:37 Titel: |
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Zitat: |
Chlorobium schrieb am 23.01.2007 17:22 Uhr:
Waere die gesamte Wissenschaft ohne die Astronomie die Gleiche? Haette
sie den gleichen Verlauf und Anfang ueber die Physik genommen?
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Hallo Chlorobium,
ich denke ja. Von blossem Auge ist der Himmel soooo eindrucksvoll ja auch nicht; da sind wilde Bären, ein Grand Canyon, die Niagara-Fälle, ein schöner Urwald mit grossen Bäumen oder auch einfach nur ein heftiges Gewitter vermutlich weit eindrucksvoller.
Und zahlreiche Kulturen haben ja auch eine Mutter-Gottheit, welche sich auf Mutter Erde begründet.
Und vielleicht würde ja trotzdem mal zwischendurch ein Komet vorbeikommen wie der SWAN im November oder der McNaught vor eineinhalb Wochen
Freundliche Grüsse, Ralf |
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Ich
Anmeldedatum: 29.06.2006 Beiträge: 624
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Verfasst am: 24.01.2007, 10:55 Titel: |
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Alles wär anders. Die Gestirne fordern eine mathematische Betrachtung der Natur geradezu heraus - man kann was sinnvolles damit anstellen, und vor allem funktioniert es höchst genau und ohne Ausnahmen. Ohne Astronomie wäre wohl nie so rechtes Vertrauen in die wissenschaftliche Methode aufgekommen. Stell dir nur mal vor, du hättest als Basis nur die typischen Physikunterrichtsexperimente "... da hätte jetzt dies und jenes rauskommen sollen..." |
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Aurora
Anmeldedatum: 22.01.2007 Beiträge: 141 Wohnort: Sachsen-Anhalt
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Verfasst am: 25.01.2007, 09:05 Titel: |
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Hallo Chlorobium,
auf Deine zweite Frage - ein klares Nein.
Die "Sonnen- und Mondkulte" lassen sich bis zum Übergang vom Paläolithikum zum Neolithikum zurück verfolgen. Sie basieren auf der genauen Beobachtung der Veränderungen am Sternenhimmel. Mit ihrer Hilfe wurden Äquinoktien und Solstizien ermittelt, die zu den genannten Kulten führten. Ohne die Faszination Sternenhimmel und die Erkenntnis, dass sich aus diesem Beobachten auch bestimmte Veränderungen in der natur ableiten/verbinden lassen, hätte es keine Astronomie gegeben.
Zitat: |
Wenn es diesen ehrfurchtsvollen Blick in den Nachthimmel in Kombination
mit dem Gefuehl der Bedeutungslosig- und Kleinheit nicht gaebe, woher
koennen dann die Quelle fuer die Faehigkeit des Staunens kommen?
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Wohl weniger das gefühl der bedeutungslosigkeit, als eher das gefühl Bestandteil des ganzen zu sein, abhängig davon zu sein.
Nicht nur Quelle des Staunens, auch Quelle der Fragen und Erkenntnisse.
@Ralf
Zitat: |
Und zahlreiche Kulturen haben ja auch eine Mutter-Gottheit, welche sich auf Mutter Erde begründet.
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Das ist so nicht ganz richtig. Die "Große Mutter" oder Muttergottheit bezog sich auf die umgebende Natur und deren ständigen Kreislauf von Geburt und Tod (Frühjahr/Winter).
Auf diesem Kreislauf gründen sich die Sonnenkulte und die wiederum finden sich in der Beobachtung des Sternenhimmes wieder.
Die menschen mussten relativ schnell erkannt haben, dass bestimmte Sternenkonstellationen eine Veränderung in der Natur ankündigten. Diese astronomischen Beobachtungen in Verbindung mit Veränderungen in der Natur führten letztendlich zur Herausbildung der Kulte.
Gruss Aurora _________________ Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean. (Newton) |
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Joachim
Anmeldedatum: 20.02.2006 Beiträge: 1714
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Verfasst am: 25.01.2007, 09:26 Titel: |
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Hallo,
ich muss da Ich uneingeschränkt zustimmen. Bedenkt zum Beispiel, dass die Arbeit von Kopernikus, mit der er versuchte die Planetenbahnen harmonischer zu beschreiben, erst die Entwicklung des Relativitätsprinzips durch Galileo ausgelöst und ermöglicht hat. Daraus folgten dann die extrem erfolgreiche Newtonsche Mechanik und Gravitationstheorie. Nur im Vakuum des Weltraums fanden sich zu der Zeit bereits Verhältnisse, die es ermöglichten reibungsfreie Mechanik zu verstehen. Experimente auf der Erde hätten das Trägheitsprinzip nicht so leicht zu Tage gefördert.
Gruß,
Joachim _________________ Relativitaetsprinzip.Info
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